Vortrag: Flüchtlinge im internationalen Kontext

Fluchträume
Dr. Mirjam Laaser
vom Ev.-luth. Missionswerk in Niedersachsen
spricht über
Flucht und Migration im internationalen Kontext
01.03.2016  –  19:30 Uhr
Ev.-luth. KG Maschen, Gemeindesaal, Horster Landstr. 17

Flucht und Migration im internationalen Kontext

Ende des Jahres 2014 waren über 59,5 Millionen Menschen auf der Flucht, acht Millionen mehr als ein Jahr zuvor (UNHCR). Durch den Krieg in Syrien wurden ca. 4 Millionen Menschen zu Flüchtlingen, ca. 8 Millionen Menschen zu Binnenvertriebenen.
Flucht und Vertreibung haben in den vergangenen zwei Jahren auch in Afrika erheblich zugenommen, vor allem als Folge des Bürgerkriegs in der Zentralafrikanischen Republik und des Konflikts im Sudan. Dieser hohe Anstieg an Flüchtlingen hat sowohl Auswirkungen auf die Hilfsbudgets der Geberstaaten, soweit sie ihrer Verantwortung in diesem Bereich nachkommen, als auch auf die Aufnahme- und Versorgungskapazitäten der Staaten, die mit den Flüchtlingskrisen unmittelbar konfrontiert sind.
Eine internationale Perspektive braucht es auch im Kontext der Tätigkeiten des Missionswerks in Deutschland. Viele Gemeinden sind in der Begleitung von Flüchtlingen engagiert und machen so Erfahrungen mit Fremdheit und der Notwendigkeit, sich mit Fragen von Interkulturalität auseinanderzusetzen. In unserer Arbeit verdeutlichen wir, dass die aufnehmende Gesellschaft und die Einwanderungsgruppen keine abgeschlossenen Einheiten sind. Ein solcher Ansatz bekräftigt nur das Trennende zwischen den Kulturen anstatt das Verbindende zu identifizieren. Man braucht keine homogene Gesellschaft, um friedlich zusammenzuleben. Im Zeitalter der Mobilisierung von Menschen, Gütern und Ideen sind Lebensläufe über nationalstaatliche Grenzen hinweg längst Normalität. Aus diesem Grund sollten unbedingt die Perspektive der MigrantInnen und ihre jeweiligen Interessen und Lebensbedingungen berücksichtigt werden.